Autosuggestionen und Visualisieren mit AT

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Nun kommen wir zum Ziel des autogenen Trainings die Autosuggestionen und das Visualisieren. Durch die Autosuggestionen,  auch formelhafte Vorsätze genannt, und dem Visualisieren kann man sich selbst hypnotische Aufträge erteilen. Worauf das Unterbewusstsein diese Vorsatzformeln oder Bilder umsetzt. Diese Methode findet in der Hypnose Ihr Zuhause. Doch anders als bei einer von Psychologen oder Hypnosetherapeuten geführten Hypnose führt man sich beim autogenen Training selbst. Daher auch der Name Auto = selbst.


Autosuggestionen

Autosuggestionen des Autogenen Trainings

Wir sind ständig von Suggestionen und Vorsatzformeln umgeben. So sind es nicht nur Hypnotiseure die gezielte Vorsätze in unserem Unterbewusstsein integrieren. Sondern es sind alltägliche Normen wie z. B. : „Ich muss pünktlich sein.“, diese Formel kann dazu führen, dass wir unruhig schlafen damit wir auf keinen Fall verschlafen. Oder wir uns gestresst auf den Weg zum Termin machen.  Doch manchmal wirken stark motivierte Suggestionen auch ohne Vorbereitung. Und zwar dann, wenn eine starke Verantwortung einhergeht. So kann Beispielsweise eine Mutter bei Straßenlärm einschlafen, wacht aber sofort auf, sobald Ihr kleines Baby auch nur leise wimmert.

Mit dem autogenen Training kann jeder so einen Mechanismus kontrolliert selber einbauen oder  verändern. So kann man zum Beispiel sagen: „Nach einem tiefen erholsamen Schlaf, wache ich pünktlich auf“.


 

 

Visualisieren im Autogenen TrainingDas Visualisieren

Etwas effektiver als die Suggestionen sind visualisierte innere Bilder, da unser Unterbewusstsein mehr mit Bildern arbeitet als mit Worten.
Um diese zu üben, kann man sich zu Beginn nur eine Farbe oder einen Gegenstand Vorstellen. Oder etwa bereits erlebtes.

Wichtig ist dann mit so vielen Sinnen wie möglich bei dem Bild zu sein, denn je mehr Sinne mit eingebunden werden, desto realer und greifbarere ist dieses Bild für unser Unterbewusstsein. Aus der Übung mit der Zitrone aus dem Beitrag über Glaubenssätze, weißt Du, dass unser Gehirn auch bei fiktiven Vorstellungen körperliche Reaktionen zeigt.

So kann man zum Beispiel bei einer Erinnerung oder bei einer fiktiven Vorstellung verschiedene Sinne integrieren.

Auditive = was höre ich?

Visuell: was sehe ich?

Kinästhetisch: Was fühle ich in mir? Auf meiner Haut? Unter meinen Füßen? In meinen Händen? …

Gustatorisch: was schmecke ich?

Olfaktorisch: was rieche ich?

Ob dieses Bild mit all den Sinnen dann eine reale Erinnerung oder ein fiktiver Wunschgedanke ist, spielt für unser Gehirn keine Rolle.

 


Praktische Übung Kombination aus Suggestion und Visualisieren

 

Übung: Angst vor Referate halten

Lege oder setze Dich hin.
Schließe Deine Augen, wenn Du magst.
Deine Gedanken Kommen und gehen. Sie ziehen vorbei wie Wolken am Himmel

Ich bin ganz ruhig.“

„Meine Arme sind ganz schwer und strömen warm.“
„Meine Arme sind ganz schwer und strömen warm.“

Ich bin ganz ruhig.“

„Meine Beine sind ganz schwer und strömend warm.“
„Meine Beine sind ganz schwer und strömend warm.“

Ich bin ganz ruhig.“

Stelle Dir nun eine Situation vor in der Du ein Referat hältst, ist es eine Bühne? Ein Klassenzimmer? Ein Konferenzraum?

Stelle Dir den Ort ganz genau vor, wen oder was siehst Du?

Was kannst Du riechen. ?

Fühle den Boden, auf dem Du stehst.

Konzentriere Dich nun auf das, was in Dir drinnen vorgeht. Bist Du vielleicht nervös oder hast etwas Angst.

Dann sage Dir

Ich bin ganz ruhig“, 

„Das Referat wird Gut und Erfolgreich.“ (3x)

Ich bin ganz ruhig“,

„Das Referat wird Gut und Erfolgreich.“ (3x)

Ich bin ganz ruhig“,

„Das Referat wird Gut und Erfolgreich.“ (3x)

Ich bin ganz ruhig“,

Rücknahme
Balle Deine Hände zur Faust.

Winkle die Arme an.
Beuge und strecke die Arme einige Male kräftig im Ellenbogengelenk
Atme tief ein
Öffne Deine Augen und strecke und recke Dich kräftig.

 

Wichtig ist, dass die Suggestionen möglichst kurz und Positiv formuliert sind. Da unser Unterbewusstsein keine Verneinungen kennt, würde es bei einer Formel wie „Ich habe keine Angst vor Referaten“  nur verstehen, „Ich habe angst vor Referaten.“


Post hypnotischer Effekt

Am effektivsten lassen sich diese Vorsätze abends vor dem Einschlafen und am Morgen nach dem Aufwachen einbauen. Damit sie dann auch lange post Hypnotisch nachwirken, ist es von Bedeutung dies 30 Tage lang morgens und abends zu tun.

Dies ist wichtig weil, sich im Gehirn neue neuronale Verbindungen bilden müssen, damit der neue Vorsatz auch fest verankert bleibt. Das ist wie bei einem Fahrschüler. Zu Beginn konzentriert sich der Schüler stark auf die Fuß-Hand Koordination, um das richtige Pedal zu treffen oder in den richtigen Gang zu schalten, dazu kommt dann auch noch die Konzentration auf den Straßenverkehr.

Nach etwas Übung braucht der Schüler sich nicht mehr so stark auf das Treten der Pedalen und dem Schalten der Gänge zu kontrollieren, da dies quasi Automatisch läuft. Das liegt daran, dass unser Gehirn durch das regelmäßige Üben neue neuronale Verbindungen geschaffen hat, die unseren Körper steuern, ohne das wir bewusst darüber Nachdenken müssen.

So ist es auch mit den Autosuggestionen, nur dass bei Ihnen der kinästhetische Teil, also der Teil des Fühlens, Machen und Tun, fehlt. Weshalb es länger dauert, bis sie voll verankert sind, die 30 Tage Regelung hat sich da gut bewährt und zeigt gute Ergebnisse.

 


Was ist also wichtig bei den Autosuggestionen

  1.  Beherrsche die Grundübungen, da erst im entspannten Zustand die Formel wirken kann.
  2. Immer Kurz und Positiv Formulieren
  3. Immer in der Gegenwartsform
  4. So viele Sinne mit einbeziehen wie möglich.
  5. 30 Tage lang jede Morgen und Abend durchführen

 


Viel Spaß beim Üben!

Hier weiterlesen: Die Kraft der Glaubenssätze

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